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Claude Code Subagents & Skills: das deutsche Praxis-Tutorial

Ein Agent, der alles macht, macht nichts richtig. Subagents und Skills sind der Unterschied zwischen Spielzeug und Werkzeug — hier baust du beides, an einem echten Beispiel, und lernst, wann welche Abstraktion die richtige ist.

Kurz beantwortet

Skills sind wiederverwendbare Markdown-Anleitungen in .claude/skills/, die der Agent bei Bedarf lädt; Subagents sind eigene Agenten in .claude/agents/ mit eigenem Kontextfenster, System-Prompt und Werkzeugrechten; MCP-Server sind der Anschluss an externe Systeme. Merkregel: Skills sind Wissen, Subagents sind Arbeitsteilung, MCP ist Anschluss an die Welt. Beides ist in je rund 20 Minuten gebaut.

Ein Agent, der alles macht, macht nichts richtig. Wer Claude Code länger als eine Woche ernsthaft nutzt, kennt das Muster: Der Agent ist brillant bei der ersten Aufgabe, mittelmässig bei der fünften und verliert bei der zehnten den Faden — weil ein einziger Kontext alles gleichzeitig sein soll: Reviewer, Bauarbeiter, Rechercheur, Historiker.

Claude Code hat dafür zwei Bordmittel, die erstaunlich wenige Teams nutzen — und zu denen es auf Deutsch praktisch nichts Praxisnahes gibt: Subagents und Skills. Beide sind Markdown-Dateien. Beide sind in einer Stunde gebaut. Und zusammen sind sie der Unterschied zwischen einem cleveren Spielzeug und einem Werkzeug, das dein Team jeden Tag gleich gut benutzt.

Die Landkarte: Subagent, Skill, MCP-Server

Drei Abstraktionen, drei Jobs — die Verwechslung ist der häufigste Anfängerfehler:

Abstraktion Was es ist Wann richtig
Skill Wiederverwendbare Anleitung (Markdown), die der Agent bei Bedarf lädt Ein Workflow, den du immer gleich willst: „so auditieren wir", „so schreiben wir Posts"
Subagent Eigener Agent mit eigenem Kontextfenster, System-Prompt und Werkzeugrechten Abgegrenzte Teilaufgabe, die den Hauptkontext nicht fluten soll: Recherche, Review, Suche
MCP-Server Werkzeug-Anschluss an externe Systeme (APIs, Datenbanken) Der Agent braucht Fähigkeiten, die er nicht hat: Tickets lesen, Deploys auslösen

Merkregel: Skills sind Wissen, Subagents sind Arbeitsteilung, MCP ist Anschluss an die Welt. Wie man Letzteres baut, steht im MCP-Tutorial — heute geht es um die ersten beiden.

Ein Skill in 20 Minuten — an einem echten Beispiel

Skills leben als SKILL.md in .claude/skills/<name>/ im Projekt. Frontmatter beschreibt, wann der Skill gilt; der Body sagt, wie gearbeitet wird. Ein reales Beispiel aus unserem Marketing-Repo — ein Skill, der SEO-Audits wiederholbar macht:

---
name: geo-score
description: Use when auditing this site's AI-search readiness —
  after changing structured data, meta tags, or llms.txt.
---

# GEO Score Audit

1. Render the key pages and extract JSON-LD, meta, hreflang.
2. Score against the checklist below (0–100).
3. Append the result to docs/GEO-SCORE.md — never overwrite history.

## Checklist
- Entity graph present, @ids stable … (usw.)

Der Punkt ist nicht der Inhalt — der Punkt ist die Wirkung: Vorher hing die Audit-Qualität davon ab, wer fragte und wie. Nachher produziert jeder im Team (und jeder zukünftige Agent-Lauf) denselben Audit mit derselben Messlatte. Ein Skill ist kodifizierte Team-Konvention, die der Agent von selbst findet.

Die Kunst liegt im description-Feld: Es entscheidet, ob der Agent den Skill im richtigen Moment lädt. Schreib es wie einen Trigger („Use when …"), nicht wie eine Zusammenfassung.

Ein Subagent in 20 Minuten

Subagents leben in .claude/agents/<name>.md — YAML-Frontmatter plus System-Prompt. Der wichtigste Effekt: Sie laufen im eigenen Kontextfenster. Ein Rechercheauftrag über dreissig Dateien verbrennt nicht mehr das Gedächtnis deiner Hauptsession.

---
name: review-gate
description: Adversarial code reviewer. Use before merging
  agent-generated changes.
tools: Read, Grep, Glob
---

Du bist ein skeptischer Reviewer. Du hast die Änderung NICHT
geschrieben. Suche aktiv nach Fehlern: Randfälle, fehlende Tests,
Architektur-Verletzungen. Melde Befunde mit Datei und Zeile.
Du änderst nie Code — du berichtest.

Zwei Entscheidungen machen den Unterschied:

  1. Werkzeugrechte beschneiden. Der Reviewer oben kann lesen, aber nicht schreiben — er kann seine eigene Kritik nicht „schnell fixen". Rollen-Trennung, technisch erzwungen statt erhofft.
  2. Eine Rolle pro Subagent. „Recherchiere und implementiere und teste" ist kein Subagent, das ist die Hauptsession. Je schärfer die Rolle, desto besser das Ergebnis — dasselbe Prinzip wie bei menschlichen Reviews.

Wie die Teile zusammenspielen

Das Muster, das sich bei uns bewährt hat: Die Hauptsession orchestriert und implementiert. Skills halten die Konventionen (wie wird spezifiziert, auditiert, released). Subagents übernehmen die kontextfressenden oder rollenfremden Teile — Recherche vor dem Bauen, Review nach dem Bauen. Und MCP-Server liefern die Aussenwelt dazu.

Wer es so schneidet, bekommt etwas, das grösser ist als die Summe der Teile: einen Workflow, der auch dann funktioniert, wenn nicht der Enthusiast im Team ihn bedient, sondern irgendwer an einem Dienstagnachmittag.

Was du diese Woche tun kannst

Bau einen Skill für die eine Sache, die dein Team ständig unterschiedlich macht — das Review-Ritual, die Release-Checkliste, das Audit. Zwanzig Minuten Markdown. Miss den Effekt daran, wie oft in den nächsten zwei Wochen jemand fragt: „Wie machen wir das nochmal?"

Mehr solcher Bauanleitungen — Subagents, Skills, MCP, Multi-Agent-Patterns — erscheinen regelmässig hier im Blog; der Newsletter liefert den jeweils nächsten zuerst.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Subagents und Skills in Claude Code?

Ein Skill ist eine wiederverwendbare Anleitung in Markdown, die der Agent bei Bedarf lädt — kodifizierte Team-Konvention wie „so auditieren wir". Ein Subagent ist ein eigener Agent mit eigenem Kontextfenster, System-Prompt und Werkzeugrechten für abgegrenzte Teilaufgaben wie Recherche oder Review. Kurz: Skills sind Wissen, Subagents sind Arbeitsteilung.

Wann brauche ich einen MCP-Server statt eines Skills oder Subagents?

Wenn der Agent Fähigkeiten braucht, die er nicht hat: Tickets lesen, Datenbanken abfragen, Deploys auslösen. MCP ist der Werkzeug-Anschluss an externe Systeme. Skills regeln, wie gearbeitet wird; Subagents verteilen Arbeit auf eigene Kontextfenster; MCP verbindet den Agenten mit der Aussenwelt.

Wie erstelle ich einen Skill in Claude Code?

Als SKILL.md in .claude/skills/<name>/ im Projekt: Frontmatter mit name und description, der Body beschreibt Schritt für Schritt, wie gearbeitet wird. Entscheidend ist das description-Feld — schreib es wie einen Trigger („Use when …"), nicht wie eine Zusammenfassung, denn es bestimmt, ob der Agent den Skill im richtigen Moment lädt. Aufwand: rund 20 Minuten.

Worauf muss ich beim Bau eines Subagents achten?

Auf zwei Entscheidungen: Werkzeugrechte beschneiden — ein Reviewer, der nur lesen darf, kann seine eigene Kritik nicht „schnell fixen"; die Rollen-Trennung wird technisch erzwungen. Und eine Rolle pro Subagent: „Recherchiere und implementiere und teste" ist kein Subagent, das ist die Hauptsession. Subagents leben als Markdown-Dateien in .claude/agents/ und laufen im eigenen Kontextfenster.

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